9. Pfingsttreffen in Thalern-Angern 1991


oder ein Erinnerungsversuch nach 10 Jahren



Die Anreise bis zum Grenzübergang Kiefersfelden verlief ohne besondere Vorkommnisse. An der Grenze bat man uns, links ran zu fahren. Drei deutsche Grenzbeamte in hellgrünen Overalls empfingen uns und forderten uns (Feddich, Hägar und Klasi) auf, die Ente zu verlassen. Wir mussten unsere Jacken mitnehmen, obwohl es eigentlich an diesem schönen Tag viel zu warm war, und den drei grünen Grenzern in einen Raum mit silbernen Tischen folgen. Dort wurde der Inhalt unserer Jackentaschen einer genauen Untersuchung unterzogen. Hägars Jacke hatte keine Taschen, was den Beamten sehr stutzig machte. Feddichs Jeansjacke war im Gegensatz dazu mit unwahrscheinlich vielen Taschen bestückt, in denen sich hunderte kleine Silberpapierkügelchen fanden, die den Kontrolleur beinahe zur Verzweiflung brachten, da es sich nur um Kaugummipapierchen handelte. Nach einer Abtastung unserer Körper verließen wir das Gebäude und begaben uns gemeinsam zu meiner Ente. Ein kurzer Blick in den Kofferraum genügte den Grenzbeamten, den die Heckklappe sprang aufgrund der völligen Überladung des Gepäckraum beim Öffnen von selbst auf.

Als wir bereits wieder fahrbereit waren, wurde uns die abschließende Frage gestellt:

„Haben Sie etwas zu verzollen?“

Die Antworten:

Klasi: “Nein !“

Feddich: „Ja !“

Hägar: „Muß man Bier verzollen ......?“

Gegenfrage: „Wieviele Hektoliter haben Sie dabei ?“

Antwort: „Nur zwei Lagen Bierdosen, für die Fahrt.“

Die Grünen waren zufrieden, wir auch und so verließen wir den Ort der Kontrollen.

Nach einer Übernachtung am Mondsee fuhren wir durch sogenanntes Sauwetter weiter Richtung Krems.

 

Die Schleusen des Himmels waren weit geöffnet und wollten sich anscheinend nicht mehr schließen lassen. Apropos öffnen: Kurz nach der Raststätte Mondsee öffnet sich der Auspuff zwischen Quertopf und Krümmer, da Letzterer durch entsprechende Korrosion keine Motivation mehr verspürte, die Abgase geordnet abzuleiten. Um die Kohlenmono- und dioxid-Belastung im geschlossenen Fahrgastraum in erträglichem Maße zu halten, mußten wir auf dem nächsten Parkplatz die Dreiecksbleche entfernen.

Aufgrund der schlechten Beschilderung hatten wir die Möglichkeit Krems und Umgebung zu besichtigen. Wirklich eine schöne Gegend! Eine Tafel kurz vor der Einfahrt, - mit Sicht auf den Treffenplatz - zeigte uns schließlich den richtigen Weg. Mit einer blauen LKW–Plane, in Kombination mit einem Fußballtor errichteten wir unter Spott, und späterem Staunen der anwesenden Treffenbesucher das Gsiberger-Camp. Das rustikale Klo mit Guckloch in Herzform am Rand des Treffenplatz muß natürlich auch noch erwähnt werden.

Erich war damals noch Rover-Fan und es war eines seiner ersten 2CV-Treffen. Dort kam es nun zu der Begegnung mit Mark Ellek, wobei es zu folgendem Dialog kam:

Mark zu Erich, „Where do you come from?“

Erich: „I kum usam Bregazerwould, siaht ma des nöd ?“

(Übersetzung: Ich komme aus dem Bregenzerwald, sieht man das nicht?).

Knocherl musste aufgrund der Hochwassersituation das Treffen leider zu früh verlassen. Man sagte, er musste den eigenen Keller auspumpen.

Den gut organisierten Rätselhatscher durch Krems konnten wir nur mit Hilfe einer Unbekannten, die Tochter eines Galeristen, bei dem wir unverholen nach Hilfe fragten, bewältigen. Allerdings kommt man auch mit einheimischer Hilfe nicht nach Stein rein.

Bei der abschließenden Besichtigung des Bahnhof´s stieg Erich lässig über das offene Dach meiner Ente aus und verbiß sich in meine gleichzeitig geöffnete Fahrertüre, was sehr unangenehm war - für Erich. Bei der spätnächtlichen Trommelsession am Lagerfeuer wurde unser Gewinn vom Rätselhatscher (ein Blech-Benzinkanister) von Feddich dann flachgetrommelt.


Insgesamt ein denkwürdiges Treffen. Klasi.